Wann und wie kommt Wachs auf eine geölte Fläche?
Wachs gehört auf bereits trockenes Öl und nicht auf eine noch feuchte Schicht. Wer zu früh arbeitet, sperrt Restfeuchte unter einer dünnen Haut ein. Die Fläche kann dann fleckig werden, länger kleben oder ungleichmäßig glänzen. Bei natürlichen Öl und Wachsoberflächen auf Holztischen zählt die Wartezeit deshalb genauso wie die spätere Menge. In der redaktionellen Praxis von MÖBELWERKSTATT folgt auf das Öl erst dann Wachs, wenn die Schicht nicht mehr feucht ist.
Prüfen Sie die Oberfläche mit dem Handrücken an einer unauffälligen Stelle. Fühlt sie sich kühl und geschlossen an, ohne zu ziehen, ist das Öl weit genug für eine Wachsschicht. Riecht das Holz noch stark nach frischem Öl oder bleibt ein Fingerabdruck stehen, warten Sie weiter. Raumtemperatur, Luftfeuchte und die Holzart verändern die Dauer, deshalb gibt es keinen starren Minutenwert für jede Werkstatt und jede Platte.
Dünn auftragen statt dick schichten
Tragen Sie eine dünne Menge Wachs auf. Ein kleiner Ansatz auf einem weichen, fusselfreien Tuch reicht für ein überschaubares Feld, danach arbeiten Sie Bahn für Bahn. Dick aufgetragene Nester werden später milchig oder lassen sich kaum noch auspolieren. Auf einer geölten Tischplatte geht es um einen hauchdünnen Film, der die Poren schließt und die seidenmatte Optik unterstützt.
Verteilen Sie das Wachs mit ruhigen Bewegungen und leichtem Druck. Sobald der Film zu stehen beginnt, folgen Sie der Maserung, damit keine Querstreifen bleiben. Ecken, Kanten und die Unterseite von überstehenden Platten dürfen nicht ausgelassen werden, dort verhält sich das Öl oft anders als in der Mitte. Arbeiten Sie in überschaubaren Abschnitten, damit nichts fest wird, bevor Sie es gleichmäßig verteilt haben.
Kurz antrocknen und seidenmatt polieren
Lassen Sie die dünne Wachsschicht kurz antrocknen. Sie soll nicht mehr nass glänzen, aber auch noch nicht hart auf der Fläche sitzen. Dann polieren Sie mit einem sauberen, weichen Tuch, bis die Fläche gleichmäßig seidenmatt steht. Wechseln Sie die Tuchseite, sobald sie gesättigt ist, sonst schmieren Sie überschüssiges Wachs nur hin und her.
Polieren Sie ohne Kraft, aber mit gleichmäßigem Tempo über die ganze Platte. Ein matter, ruhiger Schimmer ist das Ziel, kein spiegelnder Hochglanz. Streifen verschwinden meist, wenn Sie noch einmal trocken und ohne neues Wachs über die Fläche gehen. Kontrollieren Sie das Licht von der Seite, denn seitliches Tageslicht zeigt Reste deutlicher als eine Lampe direkt über dem Tisch.
Alltag und die nächste dünne Schicht
Nach dem Polieren sollte der Tisch eine Weile unbelastet stehen, bevor heiße Tassen, feuchte Gläser oder schwere Gegenstände darauf kommen. Eine frische Wachsschicht ist noch empfindlich, auch wenn sie sich bereits trocken anfühlt. In Wohnräumen mit Heizungsluft im Winter und offenem Fenster im Sommer härten natürliche Oberflächen aus Öl und Wachs unterschiedlich zügig aus. Geben Sie der Fläche diese Ruhe, statt sie sofort in den vollen Gebrauch zu nehmen.
Für die laufende Pflege genügt oft ein trockenes oder nur leicht angefeuchtetes Tuch ohne neuen Auftrag. Eine weitere Wachsschicht ist erst sinnvoll, wenn Wasser nicht mehr gleichmäßig abperlt oder die Fläche stumpf und offen wirkt. Dann wieder nur auf eine saubere und trockene geölte Fläche arbeiten, erneut dünn auftragen, kurz antrocknen lassen und mit einem weichen Tuch polieren, bis alles gleichmäßig seidenmatt steht.